Archiv für den Monat September 2013

Rom – Parco degli Acquedotti

Um die letzte Jahrtausendwende herum verbrachte ich insgesamt zwei Jahre in Rom (bei der vorletzten Jahrtausendwende war ich noch nicht volljährig und durfte noch nicht alleine einreisen, Rom allerdings war schon deutlich über 1800 Jahre alt) und verlor mein Herz an die Ewige Stadt. Aus meiner Diplomarbeit heraus habe ich die Homepage Discover Rome entwickelt, welche sich den (unbekannten) Sehenswürdigkeiten Roms ausserhalb der Stadtmauern widmen. Eine meiner bevorzugten möchte ich heute hier vorstellen: den Park der Aquädukte.

Der Park der Aquädukte

Der Park der Aquädukte (so sein Name auf deutsch) ist sicherlich einer der beeindruckendsten öffentlichen Parks in Rom. Er wird geprägt durch die majestätischen Bögen der zwei Aquädukte, die ihn auf kompletter Länge durchqueren. Sie sind zum Teil hervorragend erhalten, in einer der beiden Linien fließt sogar heute noch Wasser ins Zentrum von Rom.

Um es genau zu nehmen, verlaufen bzw. verliefen hier nicht nur zwei Aquädukte. Man sieht zwar auf den ersten Blick nur zwei Linien bzw. Strukturen, aber die verschiedenen Aquädukte, welche Wasser aus den umliegenden Bergen nach Rom brachten, wurden hier gebündelt und verliefen übereinander.

Stadteinwärts verläuft somit zur Rechten (die niedrigere Struktur) die sogenannte Aqua Marcia (begonnen im Jahr 144 v. Chr. vom Prätor Marcius Rex), auf welche später dann die Aqua Tepula (125 v. Chr.) und die Aqua Iulia (33. v. Chr.) verlegt wurden. Die Acqua Marcia wurde 1869 restauriert und seitdem fließt wieder Wasser durch ihre Röhre in die Stadt.
Die Leitungen lagen so weit wie möglich unterirdisch, nur zur Überquerung von Wasserläufen oder Tälern kamen sie ans Tageslicht bzw. dann erst in Stadtnähe. Dies kann man am Verlauf der Aqua Marcia gut sehen – der Aquädukt kommt erst ungefähr in der Parkmitte aus dem Erdboden heraus, sein unterirdischer Verlauf ist allerdings gekennzeichnet.

Zur Linken befinden sich die majestätischen Bögen der Aqua Claudia; 154 Bögen sind hier hintereinander erhalten geblieben und prägen die Landschaft. Der Aquädukt wurde im Jahr 38 n. Chr. von Caligula begonnen und im Jahre 52 von Kaiser Claudius eingeweiht. Seine Bögen gewinnen an Höhe in Richtung Zentrum und erreichen beeindruckende 27 Meter in der Nähe der Via del Quadraro.
Zeitgleich wurde auf die Aqua Claudia die Aqua Anio Novus aufgesetzt. Somit brachten einst fünf Wasserleitungen in dieser Richtung Wasser ins antike Rom. An manchen Stellen kann man auch tatsächlich noch sehen, dass sich mehrere Leitungen auf den Bögen befanden, an den meisten Stellen sind die oberen Leitungen aber im Verlauf der Zeit verloren gegangen.

Der Claudia-Aquädukt mit seinen 154 Bögen

Folgt man dem langen Teilstück der Aqua Claudia (siehe Foto) Richtung Via delle Capannelle, so kann man dieser Straße nach links zur Villa dei Sette Bassi folgen. Im Park hingegen finden sich die Reste der Villa delle Vignacce.

Adresse: Via del Quadraro/Via Lemonia/Via delle Capanelle
Verkehrsmittel: Metro A Haltestellen Lucio Sestio, Giulio Agricola, Subaugusta, Cinecittà und dann zu Fuß oder mit dem Bus; mit dem Archeobus

Blick auf die 27m hohen Bögen und die Torre del Fiscale

Im Würgegriff des Ritters

Eigentlich war der Ex-Premierminister schon längst abgeschrieben und politisch erledigt, als es die Linke doch noch geschafft hat, den Wahlkampf zu versauen und auch noch die Wahlen fast zu verlieren. Zum Glück allerdings nur fast. Es kam jedenfalls zu einem politischen Patt, Mitte-Links und Mitte-Rechts gingen unter der bildenden Hand des Staatspräsidenten eine grosse Koalition ein, der Ritter verzichtete grossmütig im Interesse und Wohl des Volkes auf ein Regierungsamt, um die grosse Koalition tatsächlich zu ermöglichen. Hin und Wieder tauchte er in den Nachrichten auf, wenn er wiederholt damit drohte, die Regierung platzen zu lassen, sollte die Immobiliensteuer IMU nicht abgeschafft werden. Das war eines der groβen Wahlversprechen des Ritters; er versprach sogar, sollte er gewinnen, die schon bezahlte IMU zurückzuerstatten. Mit welchem Geld des hochverschuldeten Staates er dies erreichen wollte, erklärte er freilich nicht.

Kurz und Gut, das Land hatte eine Regierung, die so vor sich hinwurschtelte, hin und wieder stritt (meist hatte es mit dem Ritter zu tun), aber im Grossen und Ganzen hatte das Land schon turbulentere Zeiten erlebt.

Dann aber wurde, zum ersten Mal, geschichtsverdächtig, der Ritter rechtskräftig verurteilt, für vier Jahre. Und politische Ämter sollte er für ganze fünf Jahre nicht mehr ausüben sollen! Skandal! Er sei doch unschuldig!

Seitdem ist es mit der Ruhe vorbei, der Ritter beherrscht wieder alle Nachrichten zu jeder Tag- und Nachtzeit. Mal droht er unverholen, die Regierung platzen zu lassen, sollte er nicht irgendwie um die Strafe herumkommen, mal will er den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straβburg anrufen, mal will er um Gnade beim Staatspräsidenten bitten (was allerdings ein Eingeständnis seiner Schuld wäre), mal will er zuruecktreten. Das ändert sich alle fuenf Minuten, jeder seiner Politiker, die seitdem das öffentliche und private Fernsehen in Beschlag genommen haben gibt eine andere Drohkulisse zum Besten. Nur in einem sind sie sich einig: Der Ritter ist unschuldig!

Ergebnis: Der Ritter erpresst praktisch Staat und Regierung, wieder einmal hängt das Schicksal des Landes vom Schicksal einer einzigen Person ab, der Person, die das Land seit 20 Jahren im Atem hält. Ich hoffe (entgegen aller politischen Vernunft), dass der Ritter tatsächlich die Regierung platzen lässt, und somit endlich ganz offen zu gibt, dass er nur aus persönlichen (wirtschaftlichen) Gründen in die Politik gegangen ist, diese 20 Jahre lang nur im eigenen Interesse betrieben hat und ihn Land und Volk gar nicht interessieren. Danach kann ihn eigentlich Keiner mehr wählen wollen.

Wobei, leider Gottes bin ich mir da gar nicht so sicher.