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Weihnachtszeit

Am Sonntag war der erste Advent, die Weihnachtszeit hat damit offiziell begonnen, wenn natürlich, ähnlich wie in Deutschland, diese in den Geschäften schon länger voll im Gange ist.
Aber was heißt denn nun „Weihnachtszeit“ in Italien wirklich, was wird dort begangen und gefeiert? Dazu muss man erst einmal berücksichtigen, dass es DAS Italien so nicht gibt, es bestehen viele regional unterschiedliche Traditionen, die mal mehr, mal weniger voneinander abweichen. Ich werde hier im Folgenden von dem berichten, was ich kennen gelernt habe, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu stellen.

Die Adventssonntage haben hier keine so große Bedeutung wie in Deutschland, kirchlich gesehen schon, aber in der Tradition des Volkes nicht. Adventskränze findet man zwar bei Lidl und Ikea, aber eher selten in italienischen Geschäften. Auch der Nikolaus hat keine Bedeutung, der 6. Dezember wird nicht gefeiert.

Die Weihnachtszeit geht erst so richtig am 8. Dezember los, dem Tag der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria. Nun können wir ja Alle rechnen und stellen schnell fest, dass wenn Maria tatsächlich am 8.12. schwanger wurde, dann kann Jesus nicht schon drei Wochen später auf die Welt gekommen sein. Eine Schwangerschaft dauert 40 Wochen! Auch wenn im Falle von Maria göttliche Finger im Spiel waren…
Tatsächlich hat Papst Pius IX am 8. Dezember 1854 das Glaubensdogma verkündet, nachdem Maria von der Erbsünde bewahrt wurde. Soll heißen, Josef ist nicht der (leibliche) Vater Jesus‘. Dies ist in Italien ein sehr wichtiger Feiertag, an welchem in Rom an der Spanischen Treppe, genauer gesagt an der nebenanliegenden Piazza Mignanelli, eine große Messe gehalten wird, am Fuß der sich dort befindlichen Marienstatue.
Genug ausgeschweift, was macht der durchschnittliche Italiener am 8. Dezember? Er stellt den Weihnachtsbaum auf und schmückt ihn! Ab diesem Tag sind also Häuser und Gärten geschmückt. Die Krippe wird natürlich auch aufgebaut, das Jesuskind bleibt aber noch bis zum 25. Dezember im Schrank. Schließlich ist es noch nicht geboren.

In Verona wird am 13. Dezember Santa Lucia begangen, das Fest der Schutzheiligen der Stadt. Es ist so eine Art Vorweihnachten, an welchem die Kinder schon Geschenke bekommen.

Weihnachten wird in vielen Regionen Italiens erst am 25. Dezember begangen, auch wenn vielerorts am Vorabend, dem Heiligen Abend, große gemeinsame Abendessen stattfinden, die je nach Tradition nur „arme“ Gerichte beinhalten, oder aber auch in richtige Festgelage ausarten können.
Die Geschenke bringt Babbo Natale, der Weihnachtsvater, also der Weihnachtsmann und nicht das Christkind. Das hat ja auch im deutschen Sprachraum schon genug zu tun 🙂 Diese werden von den Kindern direkt am Weihnachtsmorgen, meist noch im Schlafanzug, ausgepackt, danach gibt es Frühstück und dann vereinen sich die Familien zu einem herrlichen Weihnachtsschmaus. Der 25. wird also in der Familie verbracht, am 26. kann man sich dann auch um die Freunde kümmern.

Im Großen und Ganzen geht die Weihnachtszeit dann am 6. Januar mit der Ankunft der Heiligen Drei Könige zu Ende, Schmuck und Bäume verschwinden wieder.
Im Raum Rom war dies allerdings der große Tag in der Vergangenheit: während an Weihnachten nur die Geburt Christi gefeiert wirde, brachte am 6. Januar die Befana (Hexe, Verballhornung des Wortes epifania, des Dreikönigsfestes) endlich die langersehnten Geschenke! Mittlerweile haben Werbung, Coca Cola und Internationalisierung dazu geführt, dass in Rom auch an Weihnachten Geschenke unter dem Baum liegen, aber an der Befana gibt es trotzdem noch eine Kleinigkeit. Für die braven Kinder, die bösen finden ein Stück Kohle im Strumpf!

Wer sich ein Bild davon machen möchte, wie wichtig dieser Feiertag in Rom ist, der soll einmal am 6. Januar abends auf die Piazza Navona gehen, dort steppt der Bär, Alt und Jung sind unterwegs, um das Fest zu begehen!

Wünsche eine angenehme Weihnachtszeit und buon natale!

Rom – Parco degli Acquedotti

Um die letzte Jahrtausendwende herum verbrachte ich insgesamt zwei Jahre in Rom (bei der vorletzten Jahrtausendwende war ich noch nicht volljährig und durfte noch nicht alleine einreisen, Rom allerdings war schon deutlich über 1800 Jahre alt) und verlor mein Herz an die Ewige Stadt. Aus meiner Diplomarbeit heraus habe ich die Homepage Discover Rome entwickelt, welche sich den (unbekannten) Sehenswürdigkeiten Roms ausserhalb der Stadtmauern widmen. Eine meiner bevorzugten möchte ich heute hier vorstellen: den Park der Aquädukte.

Der Park der Aquädukte

Der Park der Aquädukte (so sein Name auf deutsch) ist sicherlich einer der beeindruckendsten öffentlichen Parks in Rom. Er wird geprägt durch die majestätischen Bögen der zwei Aquädukte, die ihn auf kompletter Länge durchqueren. Sie sind zum Teil hervorragend erhalten, in einer der beiden Linien fließt sogar heute noch Wasser ins Zentrum von Rom.

Um es genau zu nehmen, verlaufen bzw. verliefen hier nicht nur zwei Aquädukte. Man sieht zwar auf den ersten Blick nur zwei Linien bzw. Strukturen, aber die verschiedenen Aquädukte, welche Wasser aus den umliegenden Bergen nach Rom brachten, wurden hier gebündelt und verliefen übereinander.

Stadteinwärts verläuft somit zur Rechten (die niedrigere Struktur) die sogenannte Aqua Marcia (begonnen im Jahr 144 v. Chr. vom Prätor Marcius Rex), auf welche später dann die Aqua Tepula (125 v. Chr.) und die Aqua Iulia (33. v. Chr.) verlegt wurden. Die Acqua Marcia wurde 1869 restauriert und seitdem fließt wieder Wasser durch ihre Röhre in die Stadt.
Die Leitungen lagen so weit wie möglich unterirdisch, nur zur Überquerung von Wasserläufen oder Tälern kamen sie ans Tageslicht bzw. dann erst in Stadtnähe. Dies kann man am Verlauf der Aqua Marcia gut sehen – der Aquädukt kommt erst ungefähr in der Parkmitte aus dem Erdboden heraus, sein unterirdischer Verlauf ist allerdings gekennzeichnet.

Zur Linken befinden sich die majestätischen Bögen der Aqua Claudia; 154 Bögen sind hier hintereinander erhalten geblieben und prägen die Landschaft. Der Aquädukt wurde im Jahr 38 n. Chr. von Caligula begonnen und im Jahre 52 von Kaiser Claudius eingeweiht. Seine Bögen gewinnen an Höhe in Richtung Zentrum und erreichen beeindruckende 27 Meter in der Nähe der Via del Quadraro.
Zeitgleich wurde auf die Aqua Claudia die Aqua Anio Novus aufgesetzt. Somit brachten einst fünf Wasserleitungen in dieser Richtung Wasser ins antike Rom. An manchen Stellen kann man auch tatsächlich noch sehen, dass sich mehrere Leitungen auf den Bögen befanden, an den meisten Stellen sind die oberen Leitungen aber im Verlauf der Zeit verloren gegangen.

Der Claudia-Aquädukt mit seinen 154 Bögen

Folgt man dem langen Teilstück der Aqua Claudia (siehe Foto) Richtung Via delle Capannelle, so kann man dieser Straße nach links zur Villa dei Sette Bassi folgen. Im Park hingegen finden sich die Reste der Villa delle Vignacce.

Adresse: Via del Quadraro/Via Lemonia/Via delle Capanelle
Verkehrsmittel: Metro A Haltestellen Lucio Sestio, Giulio Agricola, Subaugusta, Cinecittà und dann zu Fuß oder mit dem Bus; mit dem Archeobus

Blick auf die 27m hohen Bögen und die Torre del Fiscale

Rom – Via dei Fori Imperiali wird verkehrsberuhigt

Von Samstag dem 3. August 2013 an wird die Straße, welche vom Kolosseum Richtung Piazza Venezia führt, für den privaten Verkehr geschlossen. Nur öffentliche Verkehrsmittel und Taxis werden dort weiterhin fahren dürfen.

Dies gilt für den Abschnitt vom Kolosseum bis zur Kreuzung der Via dei Fori Imperiali mit der Via Cavour. Der verkehrsberuhigte Straßenabschnitt soll nun fußgänger- und radfahrfreundlich umgestaltet werden. Touristen und Römer werden ab sofort die Kaiserforen ganz anders erleben können, von einer Seite auf die andere wechseln können, ohne ihr Leben zu riskieren 🙂

Ich wünsche dann mal viel Spaß beim schlendern!

Torsten

Die deutsche Presse hat mittlerweile auch darueber berichtet:

http://www.spiegel.de/reise/europa/rom-stoppt-verkehr-am-kolosseum-a-914651.html

http://www.spiegel.de/reise/europa/rom-naechtliches-volksfest-in-verkehrsberuhigter-innenstadt-a-914719.html